Reizdarm Therapie – der gereizte Darm und seine Behandlung
Bauchschmerzen kommen bei Kindern sehr häufig vor und trotzdem würde niemand bei Kindern von Reizdarm sprechen. Reizdarm ist eine Bezeichnung, die aus ärztlicher Hilflosigkeit für Symptome geschaffen wurde, die bei einem Viertel aller Erwachsenen irgendwann oder längerfristig auftreten. Bauchschmerzen mit starken Blähungen sowie Durchfall oder Diarrhöe im Wechsel mit Obstipation gehören zu den Symptomen. Auch können Übelkeit, Magen- oder Darmkrämpfe, stechende Schmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Rückenbeschwerden bis hin zu genitalen Beschwerden und Kloßgefühl im Hals die bunte Palette der Beschwerden ergänzen. Kommen noch Depressionen, Angstgefühle, Panikattacken oder Herzrasen dazu, wird der Patient ungerechtfertigt zum Fall für den Psychiater. Alles in allem ein unerträglicher Zustand, der von Ärzten leider oft mit Hysterie abgetan wird, weil er so schwer in den Griff zu bekommen ist.
Der Stuhlgang, von wässerig bis breiig oder auch übermässig hart, manchmal mit Schleimabsonderung ist kein genaues Indiz, ebenso wenig die über den Körper verteilten Schmerzen. Stress ist ein Auslöser, jedoch keineswegs die alleinige Ursache.
Vier Formen von Reizdarm werden unterschieden:
- Schmerzdominanter Reizdarm
- blähdominanter Reizdarm
- verstopfungsdominanter Reizdarm
- diarrhöedominanter Reizdarm
Zu den Ursachen gibt es mehr oder weniger nur Vermutungen. Neben seelischen Faktoren wie Existenzängsten, familiärem oder beruflichem Stress (bei Startern in die Selbständigkeit z.B. drängende Fragen über Existenzgründerkredite) gehören vor allem Nahrungsmittelallergien dazu und das Bakterium Heliobakter pylori: Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel und falsche Speisenauswahl – zu fett, zu scharf, zu salzig, künstliche Aromen, Kaffee, Laktose, Fruchtzucker, Säuren, Glutenallergie, Gewürzeunverträglichkeit, Intoleranz gegen einzelne Nahrungsmittel oder Hefe, Triebmittel usw. sind die Hauptübeltäter.
Die Chance zur Heilung liegt hier in der geschickten Ermittlung der Störfaktoren als auch in einer gesunden und harmonischen Lebensführung, die den Patienten und sein Wohlbefinden absolut in den Vordergrund stellt. Hat der Patient die Allergietests erst einmal hinter sich gebracht und mithilfe des Arztes körperliche Ursachen abgeklärt, so kommt der Diätberater als nächster dazu, um einen Speisefahrplan zu erstellen.
Der Patient selbst kann den Heilungsprozess durch eine Umstellung der Ernährung auf eine hochgradig basische Nahrung fördern: gekochte Gemüsesorten, wenig Fleisch, Kartoffelprodukte, Reis anstatt gärungsfördernder Backwaren sind grundlegend richtig. Rohkost muss für einige Zeit gemieden werden und soll dann mild sein, wenig Säuren enthalten. Zitrusfrüchte sind trotz Vitamingehalt absolut zu meiden, solange Durchfälle und Schmerzen fortbestehen. Unter den Naturheilmitteln haben sich Heilerde und Siliceagel bzw. Kristallpulver bewährt. Salbeitee kann ebenfalls Wunder wirken, wenn getrocknete Salbeiblätter einige Minuten in Wasser gekocht werden und über den Tag verteilt in Portionen getrunken. Salbei hat Bitterstoffe, die antibakteriell und desinfizierend wirken und die Heilung beschleunigen.
Wenn diese beiden Beine der Gesundung erst einmal stehen, sorgt der geschickte Reizdarm-Betroffene für ein drittes Standbein, nämlich den persönlichen Wellnesskalender, um das Barometer für das Bauchgefühl wieder auf normales Wetter einzustellen. Sorgfalt und liebevolle Zuwendung lohnen sich hier auf jeden Fall.